Der Gott des Gemetzels

Das Stück „Der Gott des Gemetzels“ der französischen Schriftstellerin Yasmina Reza wurde 2006 erstmals am Schauspielhaus Zürich aufgeführt. Darauf verfilmte Roman Polanski den Stoff 2011 mit Jodie Foster, John C. Reilly, Christoph Waltz und Kate Winslet in den Hauptrollen. Das Projekt von fünf Studenten, die sich im TIC Seminar kennenlernten, wurde dieses Mal auch auf der Speicherbühne Bremen aufgeführt.

„Der Gott des Gemetzels“ im Alleingang

Das Theaterstück zeigt die Begegnung zweier Ehepaare, die einen Konflikt zwischen ihren gleichaltrigen Söhnen aufklären wollen. Streitthema: Ferdinand Rilke hat Bruno Haller mit einem Stock verprügelt und ihm dabei zwei Schneidezähne ausgeschlagen. Während sich Annette und Marlene Rilke zu Beginn als schuldbewusste Eltern zeigen, geben Véronique und Michael Haller zu verstehen, dass sie eine friedliche Übereinkunft möchten. Doch nach und nach drängen im Wohnzimmer der Hallers die Charakterschwächen der Ehepaare an die Oberfläche. Dadurch vergiften sie die Atmosphäre und sorgen für eine zunehmend aggressivere Stimmung. Die Begegnung eskaliert und die beiden Paare lassen die Masken ihrer liberalen Spießigkeit fallen. Schließlich ergehen sie sich in einem heftigen Streit, der am Ende im „Gemetzel“ mündet.

Fünf Studenten und eine Idee

„Die Idee entstand bei einem Treffen ehemaliger Akteure des TIC. Wir haben darüber philosophiert, welche Stücke wir unbedingt einmal inszenieren wollen und Der Gott des Gemetzels gehörte auch dazu“

Andreas Scharfenort

Daraufhin setzte sie die Idee gemeinsam in die Realität um. Denn unter der Regie von Johannes Schürmann und mit den Schauspielern Lilit Farsian, Johanna Pockels, Andreas Scharfenort und Laura Spillner entstand ein außergewöhnliches Stück. Frei nach Yasmina Rezas Komödie nimmt die Handlung einen dramatischen Turn und das Wohnzimmer wird zum Kampfplatz.

Mit wenigen Mitteln entstand die Kulisse für „Der Gott des Gemetzels“

Der Gott des Gemetzels - Malen für Requisiten

Dafür kreierten sie ein Bühnenbild, dass mit wenigen Requisiten auskam. Es entstand ein kleines kunterbuntes Wohnzimmer, umringt von schwarzweißer Kunst. Oder um es mit anderen Worten auszudrücken: Liberaler bunter Schein, umgeben von den grauen Mauern der Realität. Ein Großteil der Kunstwerke wurde in mühevoller Arbeit selbst erschaffen, darunter einige sehr obskure Figuren, die bei der Dernière an das begeisterte Publikum versteigert wurden. Aufgrund des großen Erfolges fand Ende Februar 2016 eine Wiederaufnahme von „Der Gott des Gemetzels“ im Theater Speicherbühne Bremen statt. Dabei musste sich die fünfköpfige Gruppe an eine neue Situation gewöhnen. Statt wie bisher nur in eine Richtung zu spielen, konnte hier das Publikum von zwei Seiten das Geschehen beobachten. Aber auch diese Aufgabe konnten Schauspieler und Regisseur erfolgreich lösen.

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