ProjekteTheaterstück

Die Troerinnen

PREMIERE AM 27. JULI | WEITERE AUFFÜHRUNGEN: 28.7. | 29.7. | 30.7. | 31.7. | JEWEILS 20 UHR | MAX. 35 PERSONEN PRO AUFFÜHRUNG |

Uni mit TIC probt „Troerinnen“ in der Bearbeitung von Jean Paul Sartre

Mit einem tragfähigen Hygienekonzept und wenigen Schauspieler*innen auf der Bühne haben die Proben für das Theaterseminar an der Universität Bremen begonnen. Dabei halten die Student*innen genügend Abstand auf der Bühne und tragen zum Schutz Masken. Die Aufführung des Stückes ist für den Sommer – voraussichtlich Mitte Juli – geplant. Ob es eine Aufführung vor Publikum oder als Live-Stream geben wird, steht noch nicht fest.

Eine Tragödie von Euripides

Der Tag nachdem die Griechen Troja erobert haben. Vor der zerstörten Stadt stehen die überlebenden Troerinnen und warten darauf als Sklavinnen an die Griechen verteilt und auf deren Schiffen nach Griechenland transportiert zu werden. Die Männer starben durch die Hand der Griechen. Und die überlebenden Frauen erwarten ihr Schicksal. Unter ihnen die ehemalige Königin Hekuba, die alles verlor: Thron, Herrschaft, ihren Mann Priamos und ihre Söhne Hektor und Paris. Nur ihre Tochter Kassandra ist noch am Leben. Einen Auftritt auf ihrer letzten Bühne haben auch Andromache, die Frau des Hektor, Kassandra und Helena. Letztere versucht ihren Kopf aus der Schlinge zu ziehen, in dem sie mit ihrer Schönheit ihren Ex- Gatten Menelaos bezirzt. Dabei ist auch der Chor, der alle überlebenden Frauen Trojas repräsentiert. Zudem eines der wichtigsten Elemente jeder griechischen Tragödie.

Die Fassung von Jean Paul Sartre

Jean Paul Sartre hat den Originaltext von Euripides so stark überarbeitet, dass es ein neues Stück wurde. Es kam unter dem Titel „Die Troerinnen des Euripdides“ 1962 heraus und auf die Bühne. Im Kern behandelt das Stück ein uraltes Thema: Den Krieg und was aus den Besiegten wird, vor allem aus den Frauen und den Kindern. Denn sie sind immer die Hauptleidtragendes eines jeden Krieges. Und Kriege haben in der Geschichte der Menschheit bis heute nie aufgehört. Zum Beispiel in Syrien, im Jemen und der Republik Kongo. Und bis heute werden Frauen als Sexsklavinnen verkauft und verteilt. Wie das Beispiel der Jesidinnen zeigt, die vom IS versklavt worden sind. Da stellt sich die Frage, ob sich in den über 3000 Jahren seit das „Urkriegsdrama“ der europäischen Überlieferung, die „Ilias“ von Homer geschrieben worden ist, so sehr viel geändert hat.

Inszenierung unter Hygieneregelungen an der Universität Bremen

Durch die Form der griechischen Tragödie ist es möglich, dieses Stück in den Zeiten von Corona mit Abstands- und Hygieneregelungen auf die Bühne zu bringen. So ist die Inszenierung auch ein Beispiel, wie man trotz der Pandemie und all den Beschränkungen, denen die Kultur ausgesetzt ist, Theater machen kann. Trotz Abstand, Mundschutz und Desinfektionsregeln kann das Theaterseminar an der Uni das Stück auf die Bühne bringen. Ein Stück, in dem immerhin 11 Schauspielerinnen und Schauspieler – natürlich nicht alle zusammen – auf der Bühne auftreten. Die Inszenierung der „Troerinnen“ ist deshalb auch ein Statement dafür, dass Kultur und Kunst gerade auch in schwierigsten Zeiten für die Menschen wichtig sind. „Die Troerinnen“ ist die Antwort von TIC auf dieses Bedürfnis.

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